MESSIAH

metal-Festival 15.-17. Oktober 2021 - Romanshorn / Bodensee



trashing madness!



MESSIAH PLAYLIST auf unserem SWISSROCKCRUISE - KANAL

Mit Acts wie Hellhammer/Celtic Frost und Coroner, aber auch obskureren Outfits wie Fear Of God, Excruciation oder Infected war die Schweiz schon immer ein fruchtbarer Nährboden für Extreme Metal. Messiah wurden 1984 gegründet und veröffentlichten zwei wirklich bahnbrechende Platten auf Chainsaw Murder Records, "Hymn To Abramelin" im Jahr 1986 und "Extreme Cold Weather" ein Jahr später. Anfang der 1990er Jahre unterschrieben Messiah bei Karl Walterbachs Label Noise Records und veröffentlichten drei weitere Alben in voller Länge: "Choir Of Horrors" (1991), "Rotten Perish" (1992) und "Underground" (1994).
Vor ein paar Jahren beschlossen Messiah, sich in der Originalbesetzung ihrer Noise Records-Alben mit Andy Kaina am Gesang, Steve Karrer am Schlagzeug, Patrick Hersche am Bass und Bandgründer Brögi an der Gitarre zu reformieren. Das ursprüngliche Ziel der Band war es, einfach nur Spaß zu haben und sporadische Live-Gigs für ihre treue Fangemeinde in der Schweiz zu spielen. Es folgten aufwendige Re-Issues von "Hymn To Abramelin" und "Extreme Cold Weather" auf High Roller Records.
"Die Messiah-Reunion kam durch Zufall zustande", erklärt Gitarrist Brögi heute. "Ein guter Freund von mir, Amadé Bühler, leitet das 'Mega Mosh Festival' in Luzern. Eines Tages fragte er mich, ob ich einen Verkaufsstand mit altem Messiah-Merchandising betreiben wolle. Im Jahr 2016 habe ich abgelehnt. Im Jahr 2017 fragte er mich erneut und ich gab schließlich nach. Ich habe den Stand zusammen mit Andy und Patrick betrieben und die Fans haben ziemlich viel von unserem alten, unverkauften Merch gekauft. Amadé hatte jedoch größere Pläne und fragte uns, ob wir nicht Interesse hätten, zwei oder drei Messiah-Songs auf seinem "Winter Mega Mosh"-Bash zu spielen? Ich fand diese Idee sehr verlockend und lud das gesamte Line-up unserer Noise Records-Veröffentlichungen zu einem Grillfest bei mir zu Hause ein. Das war im Sommer 2017. Im Herbst sind wir dann in einen Proberaum gegangen und hatten so viel Spaß miteinander, dass wir ein komplettes Live-Set einstudiert haben. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir uns aber noch nicht für eine richtige Reunion entschieden. Im Dezember 2017 spielten wir dann tatsächlich eine komplette Show beim "Winter Mega Mosh". Es war ein geheimer Gig, der überhaupt nicht angekündigt war. Wir hatten wirklich einen Riesenspaß und die Show war sehr erfolgreich. Im Januar 2018 hatten wir ein ernsthaftes Bandmeeting über eine mögliche Reunion von Messiah. Es war ein sehr demokratisches Bandmeeting und einige Mitglieder hatten Zweifel an der ganzen Angelegenheit. Aber am Ende waren wir uns alle einig, uns zu reformieren, aber unter Berücksichtigung der Tatsache, dass wir alle auch reguläre Jobs haben, so dass die Zeit für die Band begrenzt ist. Sobald die Pressemitteilung herausgegeben wurde, begannen Angebote für Live-Gigs einzufliegen. Das Proben erwies sich als Problem, weil wir alle so beschäftigt sind. Während der Reunion-Phase haben wir Wochenend-Gigs auf Festivals gespielt, größere Touren sind für uns einfach nicht möglich. Leider. Deshalb konnten wir auch die Lateinamerika-Tournee vorerst nicht zusagen. Wir haben allerdings auf dem Maryland Death Fest gespielt und waren dafür eine ganze Woche unterwegs."
Die Homebase von Messiah ist aber nach wie vor die Schweiz, und das ist eine sehr gesunde Basis, wie Brögi erklärt: "Wir spielen nicht so oft in der Schweiz, im Grunde ist es eine Show pro Jahr. Aber bei diesen Clubshows ziehen wir immerhin 500 Zuschauer an. Andere Bands unseres (bescheidenen) Formats sind froh, wenn sie 50 oder 100 Zuschauer haben. Auch die Merch-Verkäufe in unserer Heimat sind erstaunlich gut."
Als sich die Band im Januar 2018 traf, um über die Zukunft von Messiah zu sprechen, war es eine von Brögis Bedingungen, auch an neuem Material zu arbeiten. Er fasst zusammen: "Die Meinungen in der Band waren anfangs geteilt. Aber wir hatten bereits beschlossen, unsere Reunion durch die Ankündigung eines neuen Albums zu fördern. Zu diesem Zeitpunkt wussten wir aber noch nicht, was dabei herauskommen würde. Aber wenn man sich "Fracmont" heute anhört, war es die ganze Mühe wert. Wir sind total glücklich mit dem, was wir mehr als 25 Jahre nach der Veröffentlichung unseres letzten Studioalbums erreicht haben."
Das Songwriting für "Fracmont" (der antike Name des Berges Pilatus bei Luzern in der Schweiz) war laut Gitarrist Brögi ein sehr offener Prozess: "Wir hatten keinen Masterplan, was die musikalische Richtung des Albums anging. Aber das ist die übliche Herangehensweise von Messiah. Wir spielen einfach das, was uns gefällt und haben keine Vorurteile, in welche Richtung es musikalisch gehen soll. Wir haben uns alle im Laufe der Jahre verändert. Das klingt vielleicht zu einfach, aber "Fracmont" repräsentiert Messiah im Hier und Jetzt. Was den Stil angeht, kann ich nur für mich sprechen, aber ich liebe immer noch die Bands meiner Jugend. Ich spiele einfach, was ich mag, ich kopiere keine aktuellen Trends. Andererseits will ich auch nicht zu einer Parodie meines jüngeren Ichs werden.
Der Prozess des Songwritings war dieses Mal anders, weil die Zeit zum Proben begrenzt war. Ich habe meine Ideen zwischen Dezember 2018 und Januar 2019 zu Hause aufgenommen. Es folgte eine Phase, in der alle Bandmitglieder mitwirkten. Das beinhaltete eine Menge Neuarrangierung, da die Jungs viel Input hatten. Das war eine lange und schwierige Phase - aber am Ende war es jede einzelne Minute wert."
"Ich würde das neue Material als 'typisch' Messiah beschreiben", fährt Brögi fort. "Es ist eine (ungewollte) Mischung aus unseren verschiedenen Epochen. Es geht sogar zurück zu den ganz frühen Tagen, aber ohne diese chaotischen Elemente. Ich bin der Meinung, dass das alles heute ein bisschen harmonischer klingt, das Material ist viel strukturierter. Auch wenn es immer noch sehr heavy ist. Andys Gesang ist viel stärker und origineller geworden. Textlich sind wir unseren Wurzeln treu geblieben."
"Throne Of Diabolic Heretics" ist einer der herausragenden Tracks auf "Fracmont". Auch einer der ungewöhnlichsten Songs, der einen ausgedehnten Doom-Part aufweist. Es ist fast klassischer Doom-Death, ganz im Stil von Dream Death oder Celtic Frost aus der Mitte der Periode. Sehr starkes Zeug! "Vielen Dank für dieses Kompliment", strahlt Brögi. "Ich freue mich, dass dir der Song gefällt. Messiah haben schon immer dieses Element gehabt. Wir haben es in der Vergangenheit auch immer gemischt, wir hatten schnelle Songs und wir hatten Doom-Songs ('Space Invaders' zum Beispiel). Ich mag diesen Kontrast - ohne per se eine Speed-Band oder eine Doom-Band zu sein. Und ich kann auch nicht verbergen, dass ich ein großer Fan von Doom-Bands wie Candlemass oder Solitude Aeturnus zum Beispiel bin. Im Endeffekt resultiert das in einem Song wie 'Throne Of Diabolic Heretics'..."
"Morte Al Dente" ist ein weiteres Highlight des neuen Albums, gitarrentechnisch hat es diesen massiven Pantera-"Cowboys From Hell"-Gitarrencrunch ... "Du hast recht, 'Morte...' hat diese sehr tighte Riff- und Rhythmusstruktur", so Brögi. "Meiner Meinung nach ist es einer der besten Songs, die Messiah je geschrieben haben. Er ist thrashig, fast wie Power Metal, mit einem markanten Solo-Part, einem akustischen Break und einem kurzen Blast-Beat-Teil. Dieser Song deckt alle Grundlagen ab, ohne unstrukturiert zu klingen. Es ist definitiv eine meiner Lieblingsnummern und ich freue mich sehr darauf, ihn mit unseren Fans in einer Live-Situation zu teilen."
Wie bereits erwähnt, waren Messiah zusammen mit Hellhammer/Celtic Frost eine der frühesten europäischen Bands, die den Metal in seiner extremsten Form zelebrierten. Sie waren wahre Pioniere. Aber irgendwie scheint es, dass die Zeit sie vergessen hat... "Nun, diese Diskussion hat erst in der jüngeren Vergangenheit begonnen", überlegt Brögi. "Damals, in den Achtzigern, hat sich niemand darum gekümmert, ob wir 'Pioniere' sind oder nicht. Kein einziges Label war in den Achtzigern an uns interessiert, weil wir zu extrem waren - und wohl auch nicht professionell genug. Es ist interessant, dass viele spätere Fans und Bands sich nicht so sehr um diesen vermeintlichen Mangel an Professionalität kümmerten. Heute bin ich wirklich stolz auf die Geschichte von Messiah. Wir haben nur das gespielt, was uns gefiel und hatten eine Menge Spaß dabei. So einfach ist das. Okay, kein Label hatte Interesse an uns, also haben wir unsere ersten beiden Alben einfach aus eigenem Antrieb heraus gemacht. Wer hätte gedacht, dass diese beiden Alben im Laufe der nächsten 34 Jahre diverse Wiederveröffentlichungen erleben würden? Sie sind nicht vergessen und haben sich irgendwie verewigt. Das ist schon etwas ganz Besonderes. Und das wurde mit sehr wenig Promo erreicht. Es wurde alles durch die schiere Begeisterung und Unterstützung unserer Fans erreicht, die Messiah nie vergessen haben."

Band-Lineup
R.B. "Brögi" - Guitars
Steve Karrer - Drums
Patrick Hersche - Bass
Andy Kaina - Vocals


Discography:
1986 – Hymn To Abramelin
1987 – Extreme Cold Weather
1991 – Psychomorphia (EP)
1991 – Choir of Horrors
1992 – Rotten Perish
1994 – Underground
2020 – Fatal Grotesque Symbols - Darken Universe (EP)
2020 – Fracmont


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